Pressestimmen

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03.02.2019, 18:00 Uhr | Schwäbische Post
Mit Evangelisten kämpferisch ins Wahljahr
CDU-Jahresauftakt - Inge Gräßle schwört Ostalb-CDU auf Europawahlkampf ein.
Gut 180 Menschen waren in die neue Aula der Aalener Hochschule gekommen zum „Jahresauftakt“ der CDU im Ostalbkreis. Hauptrednerin war die Europaabgeordnete Inge Gräßle. Die forderte ihre Partei vehement auf, sich im Europawahlkampf zu engagieren, es komme auf jeden an, in 112 Tagen sei Wahltag.
Der Bürgerdialog beim Jahresauftakt der Ostalb-CDU in der neuen Aula der Hochschule Aalen (von links) Winfried Mack, Inge Grässle, Gerhard Schneider, Roderich Kiesewetter, Michaela Eberle, Klaus Pavel, Hubert Kucher, Josef Bühler. Foto: opo
Das Feindbild: die Populisten, die Europa-Gegner, die Nationalisten, all die „nutzlosen Abgeordneten“, die ins EU-Parlament drängten, um dessen Arbeit zu stören und zu behindern. Es müsse geredet werden, was funktioniert in der Europäischen Union, über so vieles, was gut laufe und gut sei in der EU und ihrem Parlament, über Frieden, Ausgleich und Stabilität in Europa.

„54 Tage bis zum Brexit“ leitete die Abgeordnete aus Großkuchen ihren Part über das scheidende EU-Mitglied Großbritannien ein. Es sei so ein gutes Arbeiten gewesen mit den Briten im Parlament. Dass die Nachbarn jetzt ausscheiden wollten, sei ein „verheerender Fehler,“ von dem es aus heutiger Sicht keinen Weg zurück gebe, wenn der Brexit erst vollzogen worden sei.

Und schon war Grässle bei einem anderen „schweren Fehler“, nämlich dem Stuttgarter Fahrverbot für Euronorm-5-Diesel und überhaupt: „Wir werden nicht zulassen, dass diese guten Autos vor der Zeit verschrottet werden sollen,“ konstatierte MdEP Grässle unter Applaus. Sie forderte eine korrigierte Handhabung von Meßstellen in Deutschland und eine intelligentere Verkehrsführung zur Abgasverminderung, als man sie in Stuttgart erdulden müsse.

Ihr Fett weg bekam auch die Bahn: „Das Risiko mit der Bahn zu stranden ist größer als anzukommen,“ ätzte sie zur Erheiterung ihrer Zuhörer und forderte: „Die Bahn muss funktionieren.“ Dass die europäische Zuwanderungspolitik gut funktioniere, habe sich gezeigt. Es sei gelungen, die Außensicherung der Grenzen zu regeln.

Moderiert von Roderich Kiesewetter äußerten sich im „Bürgerdialog“ auf dem Podium:

Professor Schneider, Rektor der Hochschule Aalen, über die Chancen durch die EU für die Bewältigung der Globalisierung, für den internationalen Austausch und für die breite Förderung von Innovationen; IHK-Geschäftsführerin Michaela Eberle zu den Sorgen auch der ostwürttembergischen Wirtschaft über die Folgen des Brexit; der Landtagsabgeordnete Winfried Mack forderte, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Baden-Württemberg von fünf auf sieben Prozent des Bruttosozialproduktes zu erhöhen, um die Spitzenposition des Landes zu behaupten.

Hubert Kucher, Chef des Kreisbauernverbandes Ostalb, warnte: „Noch so eine Trockenheit wie 2018 überlebt die Landwirtschaft nicht.“ Josef Bühler, AOK Ostwürttemberg, betonte die Bedeutung und die Probleme der „Pflege“. Landrat Klaus Pavel berichtete, dass die Fördermöglichkeit für den Ausbau der Digitalnetze gerade und endlich auf bis zu 90 Prozent durch Bund und Land festgelegt worden sind. „Jetzt gibt es keine Ausreden mehr,“ sagte der CDU-Politiker und setzte als Ausbauziel: die ganze Ostalb mit 1000 Mbits. Zum Schluss wiederholte Inge Grässle ihren Appell an alle in poetischer Höhe: „Seien Sie alle Evangelisten für die gute Botschaft Europa.“

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