Pressestimmen

Pressestimmen
01.01.2020, 16:00 Uhr | Schwäbische Post
Rückblick auf das Jahr im Bund und in der Region
Traditionelles Bürgergespräch in Westhausen mit Vertretern aus Bundes-, Kreis- und Kommunalpolitik.
In guter Tradition hatte die CDU Westhausen die Bürger am letzten Tag des Jahres zu einer Diskussionsrunde mit Vertretern aus Bundes- und Kreistag sowie der Gemeindeverwaltung eingeladen. Im Bürgersaal des Rathauses stellten sich der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter, Landrat Klaus Pavel und Bürgermeister Markus Knoblauch den Fragen der zahlreich erschienenen Bürger.
Roderich Kiesewetter MdB beim Silvestergespräch der CDU Westhausen (Foto: Gerold Wenzel, Schwäbische Post)
Deren Bedarf an Antworten war groß. So reichte am Ende die veranschlagte Zeit nicht aus, um die Gäste rechtzeitig zur Silvesterprozession entlassen zu können. Josef Ebert, Vorsitzender der örtlichen CDU, begrüßte die Bürger mit einem kurzen Rückblick, Bürgermeister Knoblauch hielt Rückschau auf kommunalpolitische Ereignisse in der Gemeinde. Landrat Klaus Pavel folgte mit ersten Brennpunktthemen wie dem Ausbau der Hauptverkehrswege, der hausärztlichen Versorgung auf dem Land, dem öffentlichen Nahverkehr, der Digitalisierung des ländlichen Raums und dem Fachkräftemangel. Anfangs lieferte Pavel Zahlen und Fakten, später ging der scheidende Landrat mehr und mehr zur Diskussioin mit den Bürgern über. Diese interessierten sich unter anderem für konkrete Lösungen zum Lärmschutz auf Höhe Immenhofen und Baiershofen, den weiteren Ausbau von Bus- und Bahnverbindungen sowie den Ausbau der B29. Ob der große Ausbau der Bundesstraße tatsächlich kommen muss, zogen einige Bürger in Zweifel. Würde der öffentliche Nahverkehr mehr Vorteile als heute bieten, sei es keine Frage, dass der Individualverkehr zurückgehen werde. Dann sei die bestehende Trasse der B29 möglicherweise ausreichend.

Die anschließenden Worte Roderich Kiesewetters waren zweigeteilt. So manchen positiven Rückblicken fügte der Bundestagsabgeordnete auch kritische Punkte an. Das Thema B-29-Ausbau sei weiter ergebnisoffen. Zugesagte Gelder sollten als Freibrief für eine gute Umsetzung gesehen werden und nicht als Investition in eine größtmögliche Lösung, betonte er. Beim Thema Rente wies Kiesewetter auf die geburtenstarken Jahrgänge hin, die in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Dem Fachkräftemangel über „gut ausgebildete junge Leute“ aus der Balkanregion zu begegnen, verteidigte Kiesewetter mit Blick auf eben diese Länder als neue EU-Mitglieder. Nicht ausgeschlossen sei, dass die dortige Massenarbeitslosigkeit ansonsten zu einem „Sumpf der Kriminalität“ und damit zu einem gesamteuropäischen Problem werden könnte.

Antworten aus bundespolitischer Sicht interessierten die Bürger zu Trassenführungen für Strom, Personalentscheidungen der Bundesregierung, das verfehlte Klimaziel und die oft langen Wege bis zum Abschluss einzelner politischer Aufgaben. Lange Entscheidungswege, so Kiesewetter, seien leider eben auch „der Preis der Demokratie“.
Kommentar schreiben